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Irish Whiskey

Irish Whiskey

In der Vergangenheit kam es aus verschiedenen Gründen zu einer starken Konzentration der irischen Whiskeyproduktion. Aktuell gibt es nur noch an fünf Orten nennenswerte Produktionen, allerdings produzieren diese fast einhundert verschiedene Sorten. 

Merkmale 

Der irische Whiskey zeichnet sich durch viele Eigenheiten aus.  

  • Für den irischen Whiskey wird das Malz nicht über Torffeuern gedarrt, deshalb haben irische Whiskey oft einen milderen Geschmack. 

  • Mais zu verwenden ist in Irland praktisch nicht verbreitet, dafür wird oft Gerste oder Hafer für die Produktion genutzt. 

  • Gelagert wird der Whiskey in Eichenfässern, die Lagerzeit beträgt darin mindesten drei Jahre und einen Tag. 

  • Destilliert wird zwei bis dreimal, je nach Destillerie. 

  • Die Herstellung von Blended und Malt Whiskeys ist gleich wie bei schottischem Whisky. 

  • Als irische Whiskeys werden Single Malts (aus reinem Gerstenmalz) und Pot Stillt Malts (bestehend aus gemälzter und ungemälzter Gerste) hergestellt. 

Unterschiede zum schottischen Whisky 

Der offensichtliche Unterschied von irischem und schottischem Whiskey ist die Schreibweise. Die Iren schreiben ihren Whiskey mit E die Schotten hingegen lassen das E weg. Diese klare Trennung in der Schreibweise gab es nicht immer. So hing es früher von der Destillerie ab, ob sie Irish Whiskey oder Irish Whisky schrieb. Da man sich aber von schottischem Whisky unterscheiden wollte, setzte sich in Irland die Schreibweise Whiskey durch. 

Ein Unterschied, der erst bei geöffneter Flasche zutage tritt, ist das irischer Whiskey milder ist wie schottischer. Denn dieser wird nicht über einem Torffeuer gedarrt. Wegen dieser anderen Art des Darrens entsteht der typische milde Geschmack des irischen Whiskeys. 

 Eine Geschichte des auf und ab  

Die Geschichte des irischen Whiskeys hat viele Erfolgsgeschichten zu erzählen, allerdings auch von Niedergängen. Immer wieder spielte die Schwarzbrennerei beim irischen Whiskey eine Rolle. Im Vergleich zur schottischen Whisky-Geschichte, welche relativ konstant nach oben zeigt, ist die irische von Gipfeln und Tälern geprägt. 

Die Geschichte des Whiskeys startete in Irland bei den Mönchen, doch die Bauern übernahmen schnell die Kunst des Brennens von Whiskey. Sie verarbeiteten nun Getreidereste zu Whiskey anstatt in Essen. Das raue und nasse Klima begünstigte, das auf der Insel viel getrunken wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass die Regierung bereits früh vor den Gesundheitsfolgen des übermässigen Konsums warnte. Die Regierung warnte die Menschen bereits im Jahre 1556, die Warnung wurde immer wieder wiederholt, dennoch stieg der Konsum an. 

Dies führte dazu, dass Irland bereits im Jahre 1661 eine hohe Alkoholsteuer einführte, dadurch sollte die Trinksucht und die Abhängigkeit eingedämmt werden. Schottland ging bereits 1644 diesen Weg, die Resultate waren in Irland dieselben wie in Schottland. 

Anstelle vom legalen Brennen, wurde nun viel schwarz gebrannt. Die Menge an gebranntem Alkohol war so immer noch riesig. Irland verfügt noch heute über eine der höchsten Alkoholsteuern der Welt. 

Legal oder illegal – das ist hier die Frage 

Nach der Einfügung der Alkoholsteuer gab es zwei Arten von Whiskey in Irland. Den Parlamentswhiskey, dieser war legal und besteuert und den Poitin, welcher illegal gebrannt wurde und nicht besteuert war. Es wurde zu dieser Zeit sehr viel illegal gebrannt und auch der Schmuggel von Whiskey blühte auf. 

Es dauerte über 150 Jahre bevor neue Gesetze verabschiedet wurden, um dem Whiskey den Weg in die Legalität zu ermöglichen. Nun gab es Lizenzen, diese gab es auch schon zuvor, jedoch waren sie da viel seltener. 

Der Aufstieg des irischen Whiskeys 

Der irische Whiskey war relativ leicht und angenehm zu trinken. Dadurch wurde er zunehmen beliebter, seine Beliebtheit stieg nicht nur im Inland, sondern auch in nahe gelegen Ländern wie Schottland. Aber auch in Übersee in der USA stieg die Beliebtheit des irischen Whiskeys. Die Hochzeiten des irischen Whiskeys waren Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts, damals betrug die Produktion rund 20 Millionen Liter. Schottland produziert damals nur 380’000 Liter. 

Der Niedergang des irischen Whiskeys 

Für den Rückgang der Nachfrage nach irischem Whiskey gibt es viele Gründe. Gründe für den Niedergang sind zum Beispiel die Antialkoholbewegung, die damalige Prohibition der USA, der Aufstieg des Blended Whisky und der Iren von den Engländern auferlegtes Handelsembargo. 

Die Antialkoholbewegung 

Nicht nur in Amerika gab es eine Antialkoholbewegung, auch in Irland gab es Menschen, die gegen den Konsum von Alkohol waren und besonders vor dem Genuss von Whiskey warnten. Gewisse geistliche wie Father Matthew predigten gar die totale Abstinenz. Das führte dazu das viele der streng gläubigen Iren aufhörten, zu trinken. So verringerte sich die Anzahl der Pubs innerhalb der Jahre von 1838 bis 1844 um ca. Einen Viertel. 

Die Entdeckung des Blended Whisky 

Der Ire Aeneas Coffey erfand ein Verfahren für die Produktion von Grain Whisky. Durch dieses Verfahren konnte von da an der Grain Whisky mittels kontinuierlicher Destillation schneller und günstiger produziert werden. Somit begann die Ära der Blended Whiskys. Die Blended Whiskys waren um einiges milder, so wie die irischen. 

Diese Ära begann vor allem für die Schotten und nicht für die Iren. Da die Iren an traditionellen Verfahren festhielten. Die Schotten profitieren noch bis heute davon, dass sie damals die Führung übernommen haben. 

 Die Iren verloren aufgrund der billigeren Konkurrenz die Vormachtstellung im Whisky-Markt. 

Die Prohibition in Amerika 

1920 begann in Amerika die Prohibition, welche bis ins Jahre 1934 andauerte. Der Schaden für die amerikanischen und irischen Whiskey Produzenten war gross. Die Iren waren zu ehrlich und gottesfürchtig, als dass sie ihren Whiskey nach Amerika geschmuggelt hätten. Die Schotten profitierten davon, denn sie schmuggelten massenhaft Whisky nach Amerika. 

In Amerika wurde das fehlend des irischen Whiskeys nicht bemerkt, da Betrüger Whiskey verkauften, welcher angeblich irisch war. Allerdings waren das keine echten irischen Whiskeys und so liess die Qualität zu wünschen übrig und der Ruf des irischen Whiskeys litt massiv. Deshalb konnte der irische Whiskey auch nach der Prohibition nicht wieder Fuss fassen in den USA. 

 Der Aufstieg des irischen Whiskeys 

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es einige Jahre bis die irischen Whiskey-Hersteller aufhörten sich gegenseitig zu bekämpfen und eine Zusammenarbeit begannen. Ab den 1950er Jahren arbeiteten Powers und Jameson zusammen, nachdem sie sich vorher bekriegt hatten. Die Fusion der beiden fand dann im Jahre 1966 statt. 1972 kam dann Bushmills dazu. Mit dem gemeinsamen Auftreten kam langsam auch wieder ein Aufstieg in Gange. 

Gemeinsam wurde eine neue Destillerie aufgebaut, in welcher alle Sorten Whiskey produziert werden konnten. Die Traditionsdestillerien wurden bis auf die von Bushmill geschlossen und zu Musen umfunktioniert. 

Ende der 80er Jahre gab es einen Streit um die Übernahme zwischen dem Iren John Teeling und dem Franzosen Pernod Ricard. Teeling unterlag und die Gesamtheit ging an Ricard über. So existierten Ende der 80er Jahre noch irische Whiskeys, aber keine Destillerie mehr, welche in irischer Hand war. Doch die Iren konnten davon profitieren, denn die Franzosen verfügten über ein hervorragendes Handelsnetz und so kam der irische Whiskey gestärkt aus dieser Sache heraus. 

Der irische Whiskey heute 

Nach der Niederlage liess sich Teeling nicht aufhalten und gründete 1989 eine neue Destillerie mit Namen Cooley. Dies lief sehr gut, so das sogar Ricard Interesse zeigt. Teeling verkaufte aber nicht an ihn. Teeling zog in den folgenden Jahren, einige Traditions-Destillerien wieder auf, wie beispielsweise Kilbeggan. 

Die bekanntesten Marken Irlands 

Irland verfügt über einige bemerkenswerte Marken der Whiskey Welt. Anbei sind einige der bekanntesten Marken aufgeführt. 

Bekannte Blends:  

  • Crested Ten 

  • Inishowen 

  • Jameson 

  • Kilbeggan 

  • Midleton Very Rare 

  • Paddy 

  • Teeling Whiskey Small Batch Rum 

Bekannte Single Malts  

 

Bekannte Single Grains  

  • Greenore 

Bekannte Single Pot Still  

  • Redbreast 

  • Green Spot 

  • Yellow Spot 

  • Powers John’s Lane 

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About Roman Eugster

Roman Eugster ist Produkt Manager bei Worldline, studiert Banking and Finance an der ZHAW und ist Co-Founder von MyBarkeeper. Whisky ist sein Hauptfokus.

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